Zugewinn und Vermögen

Ratgeber Zugewinnausgleich – Scheidung Online

Eine Trennungsfolge bzw. Scheidungsfolge kann der Zugewinnausgleich sein. Grundsätzlich leben die Ehegatten in der sogenannten Zugewinngemeinschaft, dh. jeder Ehegatte hat sein Vermögen und der Zugewinn durch Arbeit und Vermögensmehrung wird nach der Ehe geteilt. In den Zugewinn fallen aber keine Schenkungen und Erbschaften.

Der Zugewinn ist das Vermögen, um die das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt.

Der Zugewinn wird grundsätzlich nicht durch das Gericht in Ihrem Scheidungsverfahren mitgeregelt, hierzu bedarf es eines zusätzlichen Antrages eines Ehegatten, der Zugewinn beansprucht. Dann kann die Scheidung nicht mehr als einverständliche Scheidung angesehen werden, beide Ehegatten benötigen bei Geltendmachung von Ansprüchen auf Zugewinn einen eigenen Anwalt. Der Zugewinnausgleichsanspruch muss nicht im Scheidungsverfahren geregelt werden, er kann bis 3 Jahre nach Rechtskraft Ihrer Scheidung online geregelt werden. 3 Jahre nach Rechtskraft der Scheidung verjährt der Zugewinnausgleichsanspruch.

Zunächst muss von einem Ehegatten Auskunft gefordert werden über sein Anfangsvermögen und sein Endvermögen. Das Endvermögen ist das Vermögen zu Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrags. Das Anfangsvermögen ist das Vermögen zum Zeitpunkt der Heirat.  Häufig kann das Vermögen der Ehegatten am Tag der Eheschließung nicht mehr nachvollzogen werden. In diesem Fall wird das sog. Anfangsvermögen bei Eheschließung mit Null angesetzt. Hat ein Ehegatten einen höheren Zugewinn als der andere Ehegatte, besteht ein Anrecht auf eine Ausgleichzahlung, bis der Zugewinn bei beiden Ehegatten gleich hoch ist.

Beispiel:

Ehefrau             Ehemann

Anfangsvermögen bei Eheschließung 01.04. 1995

0,– EUR              0,– EUR

Endvermögen bei Zustellung des Scheidungsantrages am 20.07.2012

30.000,– EUR       50.000,– €

Der Ehemann muss der Ehefrau 10.000,– € zahlen als Zugewinnausgleich. Dann beträgt der Zugewinn bei beiden Ehegatten jeweils 40.000,– €.

Während der Ehezeit geerbtes oder geschenktes Vermögen fällt grundsätzlich nicht in den Zugewinn, ist also nicht auszugleichen. Sofern das geerbte Vermögen sich während der Ehezeit wertmäßig erhöht hat, ist die wertmäßige Erhöhung der Erbschaft hälftig auszugleichen.

Das Mobiliar der gemeinsamen Wohnung oder des gemeinsamen Hauses fällt nicht in den Zugewinn, sondern in den Hausrat und wird gemäß dem Hausratsverfahren aufgeteilt. Pkw fallen ausnahmsweise dann nicht in den Zugewinn, wenn ein Pkw überwiegend für familiäre Zwecke genutzt wurde, also z. B. für Einkauf oder Fahrten zwecks Betreuung der gemeinsamen Kinder. In diesem Fall gehören Pkw zum Hausrat. Ansonsten zählen Pkw zum Zugewinn.

Typische Vermögenspositionen, die zum Zugewinn zählen:

* Immobilien (maßgeblich ist der tatsächliche Wert abzüglich der bestehenden Verbindlichkeiten)

* Kapitallebensversicherungen

* Wertpapiere, Sparvermögen

* Guthaben auf laufenden Konten

* Schmuck und Antiquitäten